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briefe an erde

 

lieber erde,

du weißt, wie es um meine ehe steht und ich weiß wie es um deine steht... es ist für keinen von uns einfach und mich betrübt das sehr... 
ich mag dich schon sehr lange und sehr gern, ebenso wie deine frau, meine freundin... aber es tut mir mit dir weh, zu sehen, wie sie dich anlog und mit deinen gefühlen spielte... auch jetzt wo du vermutlich alles weißt, ebensoviel wie ich  (ich bin sicher, auch mir hat sie nicht alles erzählt), mag sie nicht einsehen, wie sehr sie dich verletzt hat, und es noch tut... sie pocht auf ihr recht auf leben und entfaltung und verwehrt dir doch in vielen bereichen deines... aber das gehört nicht hierher...

als ich bei euch ankam, war ich so froh, dass auch du da bist, irgendwie hoffte ich es sogar in einer ecke meines herzens...einfach, weil ich immer schon spürte, dass wir "vom selben stern" sind... wir ticken in vielen fragen so ähnlich... genauso wie umgekehrt deine frau und mein mann so viele gemeinsamkeiten haben... ich kann mit ihr, meiner freundin, so viel reden und sie hilft mir... aber bis zu einem gewissen punkt kann sie mir nicht mehr weiter helfen, hier hilft kein emanzengerede, das alles überrennt, sondern ich brauche auch die meinung aus der sicht eines mannes... deine meinung... weil du hier fühlst wie ich und sie ihre fehler nicht zugeben kann und mir so natürlich nicht helfen kann, meine zu finden...

als ich dann endlich meinen mann erreicht habe, und er wieder so kalt und unnahbar war, natürlich war er verletzt, als ich einfach ging, wer wäre das nicht, aber ich konnte einfach nicht mehr bleiben... er tat mir so leid...aber ich brauchte abstand... räumlich und geistig um den knoten für unser problem zu finden, damit wir ihn doch gemeinsam lösen könnten um zu retten, was wir in all den jahren aufgebaut haben... als ich ihn dann erreicht habe, mit ihm sprach und danach weinend zusammenbrach, warst du da... du namst mich in den arm, wie es deine frau, meine freundin nicht tat oder tun würde und ich fiel... fiel und ließ meinen tränen so hemmungslos ihren lauf, wie seit langem nicht mehr... es tat so gut...  es raus zu lassen... bei jemandem, der mich aus einem impuls heraus in den arm nahm, aus dem gefühl helfen zu wollen und nicht, weil er es muss, oder aus verlegenheit... in diesem augenblick mochte ich dich noch mehr als vorher... du gabst mir was ich brauchte...

ihr habt mir beide sehr geholfen an diesem tag und dafür bin ich euch sooo unendlich dankbar... als deine frau, meine freundin, schon zu bett gegangen war unterhielten wir uns weiter... und ich weinte wieder... in mir war soviel leid und schmerz... du warst da... und deine hand, die dann meine hielt, gab mir so unendlich viel... ebenso, wie ich dir in deinem leid damit half... es war wunderbar diese berührung eines anderen menschen... überhaupt wieder berührt zu werden und sei es nur so etwas "kleines" wie eine hand... wir redeten viel über meine und über deine probleme...dann weintest du und ich nahm dich in den arm und tröstete dich... auch diese berührung tat unendlich gut...wir halfen uns beide... und ich sah in deinen augen eine tiefe und die tiefe wurde zu deiner seele... und ebenso tief konntest du in mich blicken und ohne worte wussten wir.
seit jahren fühlte ich keinen so starken blick mehr...

du liebst deine frau und ich liebe meinen mann, aber ich mag auch dich sehr gern, heute noch mehr als vor diesem tag und abend und ich hoffe so sehr, dass das nicht alles noch komplizierter macht, als es ohnehin schon ist...

in tiefst empfundener freundschaft

23.10.07 21:15





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